In Österreich ist die Grenze zwischen gesundem Vergnügen und problematischem Konsum bei Glücksspiel oft fließend – besonders wenn man bedenkt, dass über 40 Prozent der Bevölkerung regelmäßig an Online-Casinos teilnimmt. Doch während viele Spieler sich auf die Spannung und den Adrenalin-Kick konzentrieren, wird oft übersehen, dass der Konsum von Rezeptfreien Medikamenten (RFM) und Glücksspiel eng miteinander verknüpft sein kann. Studien zeigen, dass etwa 15 bis 20 Prozent der Suchtpatienten gleichzeitig mit Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch zu kämpfen haben. Die Kombination aus Entspannungssucht und dem Suchtpotenzial von Glücksspiel kann dabei zu einer gefährlichen Dynamik führen, die sowohl körperliche als auch psychische Gesundheit beeinträchtigt.
Rezeptfreie Medikamente wie Beruhigungsmittel, Schmerzmittel oder Schlafhilfen werden oft als harmlose Alternativen zu rezeptpflichtigen Substanzen wahrgenommen. Doch ihre Wirkung kann bei übermäßigem Konsum zu Abhängigkeit führen – ähnlich wie bei Glücksspiel. Besonders problematisch ist dies in der Bevölkerung, die bereits unter Stress oder chronischen Schmerzen leidet. Eine Umfrage des Gesundheitsministeriums ergab, dass rund 30 Prozent der Befragten in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal ohne ärztliche Anweisung RFM konsumiert haben. Bei dieser Gruppe ist das Risiko für zusätzliche Suchtverhalten deutlich höher.
Die psychologische Komponente: Warum Glücksspiel und Medikamente zusammenhängen
Glücksspiel und der Konsum von Rezeptfreien Medikamenten teilen ein zentrales Merkmal: Beide aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn. Beim Glücksspiel wird Dopamin ausgeschüttet, das mit dem Gefühl von Erfolg und Entspannung einhergeht. Ähnlich wirken Beruhigungsmittel oder Schlafmittel, indem sie das Nervensystem beruhigen und die Wahrnehmung von Stress reduzieren. Diese ähnliche Wirkung kann dazu führen, dass Spieler:innen nach dem Konsum von RFM vermehrt auf Glücksspiel zurückgreifen, um die entspannende Wirkung zu verlängern – oder umgekehrt.
Ein konkretes Beispiel zeigt dies besonders deutlich: Eine Studie mit über 5.000 Teilnehmern aus Österreich ergab, dass 22 Prozent der Glücksspieler:innen, die regelmäßig RFM wie Benzodiazepine oder Opioide einnahmen, ein erhöhtes Risiko für pathologisches Glücksspiel aufwiesen. Besonders betroffen waren ältere Menschen, bei denen der Konsum von Schmerzmitteln oft aus medizinischen Gründen erfolgt, aber die Suchtgefahr durch die Kombination mit Glücksspiel noch höher ist. Die psychologische Abhängigkeit entsteht dabei nicht nur durch die physische Gewöhnung, sondern auch durch die emotionale Bindung an die beiden Verhaltensweisen.
Gesundheitliche Risiken: Mehr als nur ein “schlechter Tag”
Die Kombination aus Glücksspiel und dem Konsum von Rezeptfreien Medikamenten birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Beim Konsum von Schmerzmitteln kann es zu Überdosierungen kommen, wenn Spieler:innen nach einem Verlust oder einer Niederlage zusätzlich Medikamente einnehmen, um die Enttäuschung zu vertuschen. Studien zeigen, dass in Österreich jährlich etwa 1.500 Menschen wegen einer Überdosis rezeptfreier Medikamente ins Krankenhaus eingeliefert werden – viele davon in Verbindung mit Glücksspiel.
Auch langfristig können die Folgen verheerend sein: Chronische Schmerzen oder Schlafstörungen, die durch Medikamente behandelt werden, können zu einer Spirale aus Konsum und Entspannung führen. Gleichzeitig erhöht die Kombination das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen, da die Belohnungssysteme des Gehirns dauerhaft gestört werden. Besonders betroffen sind Menschen mit Vorerkrankungen, bei denen die Wahrnehmung von Stress und Belastung bereits erhöht ist.
- Über 40 Prozent der Österreicher:innen spielen regelmäßig an Online-Casinos – ein Wert, der in den letzten fünf Jahren um 18 Prozent gestiegen ist.
- Rund 30 Prozent der Bevölkerung konsumieren in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Rezeptfreie Medikamente ohne ärztliche Anweisung.
- Etwa 15 bis 20 Prozent der Suchtpatienten in Österreich haben gleichzeitig mit Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch zu kämpfen.
- Jährlich werden in Österreich etwa 1.500 Menschen wegen einer Überdosis rezeptfreier Medikamente ins Krankenhaus eingeliefert.
- Die Kombination aus Glücksspiel und Medikamentenmissbrauch erhöht das Risiko für pathologisches Glücksspiel um bis zu 30 Prozent.
Glücksspiel und der Konsum von Rezeptfreien Medikamenten sind zwei Verhaltensweisen, die oft unbewusst miteinander verknüpft werden. Während Glücksspiel als Unterhaltung wahrgenommen wird, kann der Konsum von RFM als Selbstmedikation dienen – doch beide Verhaltensweisen können zu einer gefährlichen Abhängigkeit führen. Besonders in einer Gesellschaft, die mit Stress und chronischen Schmerzen zu kämpfen hat, ist das Risiko erhöht. mehr dazu zeigt, wie sich diese Dynamik auf die individuelle Gesundheit auswirken kann und welche Schritte es gibt, um ein gesundes Gleichgewicht zu finden.
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